#Elektrifiziert – Duales Studium Mechatronik mit Schwerpunkt Elektromobilität bei der EvoBus

Der elektrische Stadtbus Citaro von Mercedes-Benz hat im Juli 2018 seine Weltpremiere gefeiert. Ein engagiertes Projektteam hat über Jahre hinweg daran gearbeitet, den vollelektrischen Stadtbus auf die Straße und in Serienreife zu bringen – eine faszinierende und spannende Aufgabe. Die Entwicklung von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb benötigt neben Engagement und Begeisterung vor allem auch fachliches Wissen und Know-how im Bereich der Elektromobilität. Um Nachwuchskräfte hierfür zu gewinnen und bestmöglich zu qualifizieren, unterhält die EvoBus GmbH eine Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden Württemberg (DHBW) am Standort Mannheim, wo Studierende im Studiengang Mechatronik mit Fachrichtung Elektromobilität ausgebildet werden.

Einer dieser Studenten, der dieses „Studium mit Zukunft“ absolviert, ist Johannes Hüther.

Johannes Hüther: „Dabei sein, wenn es darum geht, den Elektrobus auf die Straße zu bringen“


Steckbrief Johannes Hüther:

Auf was könntest du in deinem Leben nicht verzichten?
„Auf meine Familie“

Was macht dir an deinem Studium am meisten Spaß?
„Die Abwechslung durch den Einsatz in verschiedenen Abteilungen“

Womit kann man dich begeistern?
„Mich begeistert fast jede neue Technologie, die mir den Alltag vereinfacht“

Johannes Hüther hat eine Schwäche für Technik. Ob Elektroinstallation, Lichtsteuerung, oder Reparaturen an PC und Auto – am liebsten erledigt er alles selbst. Bei der EvoBus ist er damit als Dualer Student der Mechatronik mit Fachrichtung Elektromobilität genau richtig. Inzwischen steht er kurz vor dem Abschluss und erzählt, was das Studium ausmacht.

Familiäres Studium

In der Außenstelle der Dualen Hochschule Mannheim in Eppelheim ist Johannes Hüther schon ein alter Hase: Alle Kommilitonen kennen ihn und seine Professoren schätzen ihn. „Wir sind inzwischen nur noch zehn Leute in unserem Kurs“, merkt er an. Auf dem Weg von der Mensa zur Vorlesung macht er kurz am Tischkicker halt, der an den langen Uni-Tagen eine kleine Entspannung bietet. „Auch im dritten und letzten Jahr bin ich noch mit Begeisterung dabei. Da kann es schon sein, dass ich von acht bis 19 Uhr in der Hochschule bin.“

Lohnt sich der Aufwand? „Auf jeden Fall!“, antwortet Johannes. „Im Anschluss an die aktuelle Theoriephase bekomme ich noch die Chance, ein anderes Werk des Daimler Konzerns – neben Mannheim, meinem eigentlichen Einsatzort bei der EvoBus GmbH –kennenzulernen. Hier werde ich in Sindelfingen im Bereich „Zukunftsstudien und Fahrzeugkonzepte“ tätig sein. Viele meiner Kommilitonen gehen auch ins Ausland. Danach startet dann schon das Übernahmesemester mit der Bachelorarbeit, bei dem man auf den Berufseinstieg vorbereitet wird.“

Doch wie kam Johannes überhaupt zu dem Bushersteller? „Ich wollte zu einem Automobilhersteller in der Nähe meines Heimatortes, da liegt die EvoBus GmbH bzw. Daimler natürlich auf der Hand.“ Dass es am Ende die Bussparte des Konzerns geworden ist, hat auch mit der Spezialisierung Elektromobilität zu tun. „Der Stadtbus ist ja prädestiniert für Elektromobilität, zum Beispiel weil durch die vielen Stopps beim Bremsen viel Energie rekuperiert werden kann.“ Seine Entscheidung für die EvoBus GmbH hat er bislang nicht bereut. „In den Abteilungen geht es meistens sehr familiär zu, man fühlt sich wohl. Ich wurde von Anfang an gut aufgenommen und kenne meine Kollegen auch persönlich. Außerdem bauen wir hier ein Produkt, das so auf der Straße fährt. Da sieht man am Ende, was man bewirkt.“

Theorie und Praxis perfekt verzahnt

Nach dem Tischkicker raucht der Kopf wieder in der Vorlesung. Heute geht es um Magnetfelder, die beispielsweise dazu genutzt werden, Werkstücke magnetisch zu halten. Für die Studenten heißt es dann, möglichst effiziente Magnetfelder zu berechnen. „Der Stoff ist manchmal garstig, aber sehr nützlich in der Anwendung“, erläutert Prof. Dr. Oliver Hörer, Professor für Elektrotechnik (u.v.m.) an der Dualen Hochschule. Johannes sitzt derweil in der ersten Reihe und beteiligt sich in der Gruppendiskussion. Keine Ausnahme, wie auch Prof. Dr. Sven Schmitz, Leiter des Studiengangs Elektromobilität, erklärt: „Die Jungs von der EvoBus sind immer vorne dabei.“

Im Anschluss an die Vorlesung zeigt Johannes eines seiner Lieblingsprojekte: Gemeinsam mit drei weiteren Kommilitonen hat er im Rahmen einer Machbarkeitsstudie getestet, ob sie einen alten Mercedes-Benz SL auf einen Tesla-Antrieb umrüsten können. „Da bleibt man dann auch mal länger da und baut die Achse von so einem Oldtimer aus“, erzählt Johannes. Ein guter Kontrast zum theoretischen Stoff in den Vorlesungen.

Auch in den Praxisphasen bei der EvoBus GmbH kam Johannes voll auf seine Kosten. „In meiner vierten Praxisphase war ich im Team Hochvoltsysteme, das sich mit den Hochvolt-Komponenten im elektrischen Stadtbus, dem eCitaro, beschäftigt. Hier war ich unter anderem für die Darstellung der CAN-Kommunikation zuständig. Meine Aufgabe war es, eine eigene Benutzeroberfläche zu entwerfen, die alle internen Informationen während der Testfahrten des Busses übersichtlich darstellt. Das war sehr interessant und auch ein Bereich, den ich mir für mein späteres Arbeitsleben gut vorstellen kann.“

Aus Hobby wird Beruf


Wer sich für Technik interessiert, der ist beim Studiengang Elektromobilität auf jeden Fall richtig, erzählt Johannes. Und da der Studiengang so vielfältig ist – neben dem klassischen Maschinenbau kommen auch Anteile aus der Elektrotechnik, Informatik und Betriebswirtschaft hinzu – kann jeder sein individuelles Interessensgebiet finden.

Für Johannes war schon lange klar, dass er gerne mit Elektronik und Software arbeiten möchte. Bereits vor dem Studium war er mit einem Freund auf Veranstaltungen wie Hochzeiten und Abschiedsfeiern im Bereich der Lichttechnik unterwegs. So hat Johannes bereits mit 16 Jahren sein eigenes Gewerbe in Form eines Veranstaltungstechnik-Verleihs angemeldet. Während sein Kumpel die Tontechnik übernommen hat, hat Johannes die Lichttechnik aufgebaut und anspruchsvolle Lightshows programmiert. Damit konnte er schon früh sein technisches Interesse ausleben und gleichzeitig auch die betriebswirtschaftliche Seite kennenlernen.

Dieses Hobby hat er inzwischen aus Zeitgründen aufgegeben, dafür hat er jedoch in seinem Studium seine Bestimmung gefunden. Und die heißt vorerst: Dabei sein, wenn Daimler Buses den besten Elektrobus in Serie auf die Straße bringt.

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