Gute Ausbildung hat bei uns Tradition

Im März feierten wir im Werk Mannheim das hundertjährige Jubiläum der Berufsausbildung an unserem Standort. Fast 11.000 junge Menschen starteten hier in den letzten hundert Jahren eine Ausbildung. Anlässlich dieses Ereignisses haben wir uns vorgenommen, mit den Menschen zu sprechen, die im Jahr 2016 im traditionsreichen Werk in Mannheim ausgebildet werden. Angefangen haben wir mit Mayu Moorthy (25) und Vedat Sogukecesme (23), die wir in der Ausbildungswerkstatt treffen, um etwas über sie selbst und  ihre Ausbildung zu erfahren. Beide  sind in ihrem zweiten Ausbildungsjahr als Fertigungsmechaniker mit dem Schwerpunkt Schweißen und Blechbearbeitung. Sie begrüßen uns freundlich und führen uns für das Gespräch in einen angrenzenden Besprechungsraum.

Mayu erzählt uns, dass er aus Stuttgart kommt und für die Ausbildung nach Mannheim Luzenberg, ganz in die Nähe des Werks, gezogen ist. Die EvoBus hat ihn bei der Wohnungssuche unterstützt, auf seine jetzige Wohnung ist er dann aber selbst gestoßen.  An den Wochenenden pendelt er noch häufig ins Schwabenland oder macht mit Freunden Kurztrips durch ganz Deutschland. Er mag daran vor allem die Abwechslung und, dass er dadurch regelmäßig neue Leute kennenlernt.

Vedat, der mit seiner Familie in Bensheim wohnt, gestaltet seine Wochenenden lieber etwas ruhiger. Statt feiern zu gehen, entspannt er sich mit Freunden in einem Shisha-Cafe, schaut sich Bundesligaspiele an und trainiert im Fitnessstudio. Sonntags hat er meistens ein Fußballspiel, dafür will er fit sein.

Ein typischer Arbeitstag beginnt für die beiden morgens zwischen sechs und halb sieben. „Auf dem Weg zur Arbeit freut man sich vor allem auf die Kollegen“, erzählt uns Mayu. Er ist zurzeit mit fünf anderen Auszubildenden seines Lehrjahres in der Lehrwerkstatt eingesetzt und bekommt Aufträge von Fachausbildern. Unter anderem werden dort mit Hilfe einer präzisen Lasermaschine und einer Abkantpresse qualitativ hochwertige Blechteile produziert. Auch die am Bus eingesetzten Schweißtechniken werden hier geübt. In der Busproduktion ist handwerkliches Geschick besonders wichtig, da häufig auf spezifische Kundenwünsche eingegangen werden muss.

 

„Ich bin direkt am Bus beteiligt“, sagt Vedat. Er arbeitet gerade im Rohbau. Dort wird Metall aktiv gasgeschweißt (MAG), es wird gelötet und an der Widerstandspunktschweißmaschine werden Press-Schweißmuttern mit Blechteilen verbunden. Das ist sehr abwechslungsreich und macht ihm Spaß. Vor seiner Ausbildung hat er Steuerrecht studiert. „Nebenbei habe ich an Fahrrädern rumgeschraubt, das hat mir sehr gefallen. Dann habe ich gedacht: Warum nichts Handwerkliches? Dann habe ich mich hier beworben.“ Mayu wusste dagegen schon früh, dass er etwas Technisches machen will: „Auf der Berufsschule habe ich früher schon viel in dieser Richtung gemacht.“

 

Bei der Frage was die beiden nicht so gern machen, sind sie sich schnell einig: Eigentlich machen sie hier alles gerne, aber das Schweißen kann bei manchen Materialien schon mal anstrengend sein. „Beim Schweißen will ich auf jeden Fall noch besser werden“, sagt Mayu. Vedat stimmt ihm zu: „Manchmal fehlt uns immer noch die Erfahrung. Man muss einfach alleine üben, bis man es kann.“

Eigenschaften, die man für die Ausbildung braucht? Vor allem Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit! Außerdem ist Vedat Respekt und Vertrauen sehr wichtig. „ Bei Absprachen muss man seinen Kollegen vertrauen können.“ Auch die Chemie im Team muss stimmen. „Dann klappt‘s auch mit der Arbeit“, so Mayu.

Nach Feierabend geht Mayu fast jeden Tag im Fitnessstudio auf dem Werksgelände trainieren. Danach trifft er sich manchmal mit Arbeitskollegen oder ruht sich daheim vor dem Fernseher aus. Vedat holt auf dem Nachhauseweg seine Mutter von der Arbeit ab und verbringt den restlichen Tag meist mit Fußballtraining oder im Fitnessstudio. „Ich könnte niemals auf den Sport verzichten“, erzählt uns Mayu. Vedat stimmt zu: „Auf Fußball zu verzichten, würde mir auch sehr schwer fallen. Worauf ich aber auf gar keinen Fall verzichten könnte, wäre meine Familie.“ Die beiden sind stolz darauf, dass sie nicht wie andere auf die schiefe Bahn geraten sind und einen geraden Weg gehen. „Man muss niemanden aus einem brennenden Haus retten, um stolz auf sich zu sein, sondern einfach ein anständiger Mensch sein. Ich entscheide für mich, was richtig und was falsch ist. Ich weiß, dass ich das Richtige tue“, erzählt uns Vedat.

Wir fragen die beiden, was sie mit einem großen Lottogewinn anfangen würden. Vedat würde das Geld auf keinen Fall in kurzer Zeit auf den Kopf hauen wollen, sondern sich gut beraten lassen und das Geld anlegen. Mayu würde sich selbstständig machen, investieren und seinen Eltern ein Haus bauen. Ein weiterer Traum von Mayu ist es, einmal den Adrenalinkick eines Fallschirmsprungs zu erleben. Vedat schüttelt den Kopf – für ihn wäre das gar nichts. Er träumt davon eine große Familie zu gründen. Deshalb will er sich nach der Ausbildung zum Techniker oder Fachausbilder weiterbilden, um bessere Verdienstmöglichkeiten zu haben. Beide wünschen sich mittelfristig eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus, in dem man eine Familie gründen kann. Ein teures Auto ist da erst mal Nebensache, das kann man sich vielleicht später irgendwann mal kaufen.

Für 2016 planen die beiden nun erst einmal, ihre Ausbildung um sechs Monate zu verkürzen, um schneller in den Beruf einzusteigen. Eine Übernahme wäre dann so gut wie sicher. Schulisch sollte das gar kein Problem sein, so erzählen sie uns. Aktuell warten sie noch auf die Zustimmung ihrer Meister. „Wir versuchen so wenig wie möglich zu fehlen“, sagt Mayu. Vedat stimmt zu: „Letztes Jahr hatte ich nicht einen einzigen Krankheitstag.“

„Wenn mich jemand fragt, kann ich mich über die Arbeit immer nur positiv äußern. Es macht wirklich Spaß und ich kann die Ausbildung nur jedem empfehlen, der sich für etwas Technisches interessiert“, fasst Mayu die Erfahrungen mit seiner Ausbildung zusammen. „Uns geht es hier schon richtig gut, gerade im Vergleich. Wir verdienen gut, haben gute Arbeitszeiten, Arbeitskleidung und –materialien sind immer für uns verfügbar“, ergänzt Vedat.

Als wir uns von den beiden verabschieden, kommt auch Herr Linert, der Ausbildungsmeister der beiden, dazu. Er scherzt mit den Auszubildenden und erzählt uns dann, dass er sich wirklich bemüht, seine Azubis nach der Ausbildung im Unternehmen unterzubringen. „Meistens klappt das auch“, so Linert. Mayu und Vedat haben uns zuvor noch beeindruckt erzählt, dass Herr Linert damals selbst hier im Werk gelernt hat. Wir merken, dass ihm die Auszubildenden wirklich am Herzen liegen. Die lange Tradition der Berufsausbildung hier im Werk trägt Früchte.

Haben auch Sie Interesse an einer Ausbildung bei der EvoBus GmbH? Bewerben Sie sich jetzt unter:

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Text und Fotos: Nele Spandick, Jens Arnold und Julian Kunschke

 

 

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