Kristin Blasum

Wombats, Tasmanien und Ballett

Mit Menschen zu arbeiten, sie zu unterstützen und dabei direktes Feedback für die eigene Arbeit zu bekommen, ist etwas Schönes - und es macht einen auch selbst glücklich. Dies gilt nicht nur für das private Umfeld, sondern auch für die Arbeit, die einen mehr erfüllt, wenn man darin einen Sinn sieht. Die Glücksforschung und die Psychologie haben das schon lange erkannt und auch wissenschaftlich nachgewiesen. Diesen Zusammenhang sah wohl auch Kristin Blasum, als sie sich nach dem Abitur entschied, aus dem rheinland-pfälzischen Germersheim nach Heidelberg zu ziehen, um dort an der Universität Erziehungswissenschaft zu studieren.

Durch ihre positiven Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit hat sie früh erkannt, wie viel Freude ihr der Umgang mit Menschen bereitet. Bewusst entschied sie sich darum während des Studiums für ein Praktikum bei der sozialpädagogischen Familienhilfe der Caritas. Doch tagtäglich mit dem Leid und den Sorgen anderer Menschen konfrontiert zu sein, ging ihr an die Substanz. „Ich konnte einfach nicht richtig abschalten und habe das zu sehr an mich herangelassen“, erinnert sich die Erziehungswissenschaftlerin.

So stand Kristin Blasum vor der Frage „und jetzt?“. Durch weitere Praktika im HR-Bereich fand sie eine neue spannende Aufgabe für sich: die Personalentwicklung. Kristin Blasum liegt es, das Potenzial von Menschen zu erkennen und ihnen zu helfen, dieses auch zu entfalten. Schließlich entschied sie sich für einen Job in der freien Wirtschaft und schaffte über das CAReer-Programm des Daimler-Konzerns den Sprung zur EvoBus. „Im Nachhinein bin ich froh, dass es so gekommen ist“, erzählt mir die gebürtige Germersheimerin mit einem Lächeln.

 

 

Das Ballett spielte in Kristins Leben schon früh eine wichtige Rolle; bereits mit vier Jahren übte sie begeistert  Pirouetten, Croisés und Tendus. Heute ist der Sport für sie der ideale Ausgleich zum Berufsalltag. Die Begeisterung ist ihr deutlich anzumerken, als sie strahlend erzählt: „Ballett macht mir extrem viel Spaß, ich kann dabei einfach alles um mich herum vergessen.“

Eine weitere ihrer großen Leidenschaften ist das Reisen – dabei setzt die junge Frau oft auf Individual- statt Pauschalurlaub. Ihren Sommerurlaub 2015 verbrachte sie gemeinsam mit ihrem Mann, mit dem sie in Neu-Ulm lebt, auf den norwegischen Lofoten. Sogar das ferne Tasmanien, die größte Insel des Australischen Bundes, bereiste Kristin, als sie 2007  ein Praktikum am Goethe-Institut in Melbourne absolvierte. Besonders gut gefielen ihr dort, neben der atemberaubenden Landschaft,  die Wombats - die höhlengrabenden Pflanzenfresser mit bärenähnlichem Aussehen, die zur Familie der Beutelsäuger gehören.

So exotisch wie der Wombat für uns in Deutschland klingen mag, fühlte sich Kristin Blasum anfänglich als Mitarbeiterin im Personalbereich der EvoBus GmbH. Hier vermutet man schließlich eine studierte Betriebswirtin mit Schwerpunkt auf Personalmanagement – und keine Erziehungswissenschaftlerin. Sie fand sich trotz oder vielleicht auch gerade wegen des exotischen Studiengangs sehr schnell in ihrem Job zurecht. „Ich gehe manche Dinge sicherlich anders an als Kollegen“, reflektiert sie. „Nach dem ersten Realitätsschock habe ich mich damals ziemlich schnell in der Wirtschaftswelt zurechtgefunden.“
Ihre Schilderungen klingen pragmatisch und Kristin Blasum macht den Eindruck, als ob sie sehr gut mit den unterschiedlichsten Situationen umgehen kann. Unkompliziert und umgänglich wirkt die junge Frau. Sie ist keine, die ihren Standpunkt ohne die Berücksichtigung der Interessen anderer durchsetzen möchte. Authentizität im Umgang mit Menschen hat bei ihr einen hohen Stellenwert. „Ich mag authentische Menschen. Wenn ich jemanden treffe und nicht weiß, ob mein Gegenüber ehrlich zu mir ist, weiß ich nicht recht, wie ich damit umgehen soll. Ich versuche schließlich auch immer, ehrlich zu sein und gebe Menschen tendenziell eher einen Vertrauensvorschuss“, bemerkt sie. 

Vertrauen und Verantwortungsübernahme spielen für Kristin auch im Personalwesen eine zentrale Rolle. „Mitarbeiterverantwortung heißt für mich vor allem keine Hire-and-Fire-Politik zu betreiben und den Mitarbeitern bestimmte Leistungen anzubieten – wie zum Beispiel eine gute Altersvorsorge.“  Besonders am Herzen liegt ihr auch die Zertifizierung der berufundfamilie GmbH, die die EvoBus seit 2009 als familienfreundliches Unternehmen auszeichnet. Das Zertifikat ist ein wesentlicher Baustein der Mitarbeiterverantwortung im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie von EvoBus. Gemeinsam mit externen Prüfern werden alle drei Jahre als Ergebnis eines Audits eine Zielvereinbarung und eine Umsetzungsstrategie vereinbart, sodass die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben bei EvoBus verankert bleibt. Kristin Blasum ist an diesem Prozess als Projektleiterin maßgeblich beteiligt.

Auch privat spielen Verantwortungsübernahme und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei ihr eine Rolle: „Für mich bedeutet Nachhaltigkeit als Privatperson in erster Linie das Thema Umwelt – z. B. dass ich beim Einkaufen keine Plastiktüten benutze. Ein Elektroauto fahre ich zwar nicht, aber dennoch ist mir das Thema sehr wichtig. Beim Wandern würde ich niemals meinen Müll wegwerfen. Aber auch bei Fleisch und Fisch achte ich extrem darauf, was ich esse.“

Auch wenn man merkt, wie wichtig ihr diese Themen sind, würde ich Kristin nicht als verbissene Idealistin beschreiben. Ihre Überlegungen wirken durchdacht, aber gleichzeitig auch pragmatisch – sie ist zielstrebig und hat eine klare Vorstellung davon, wie sie den Bereich Mitarbeiterverantwortung bei der EvoBus weiter gestalten und ausbauen möchte. Diversity und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind für sie dabei die Kernthemen. Mit dem Engagement und den Initiativen bei der EvoBus ist sie zufrieden – auch wenn sie noch Ausbaupotenzial sieht: „Wir haben noch keine Regelung zum Thema Sabbatical. Hier bräuchte es einen klaren Prozess, um das Thema noch mehr zu fördern.“

Ihr Job bei der EvoBus ist zeitlich fordernd, aber die Neu-Ulmerin weiß ihre spannende und anspruchsvolle Position zu schätzen und sie hat Spaß an der Arbeit. Sie sieht darin einen klaren Sinn: das Thema Mitarbeiterverantwortung zu fördern und so einen Mehrwert für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Und wenn es ihr ab und an etwas viel wird, schaltet sie beim Ballett oder Reisen ab.

Text: Jens Arnold, Alessa Holling, Yves-André Mahler, Jonathan Wagner  

Fotografie: Jens Arnold, Jonathan Wagner

Mitarbeiterverantwortung bei Daimler Buses

„In unserem Bus-Team gibt es für alle einen Platz mit Aussicht.“ – dies spiegelt das Leitbild wider, welchem wir bei Daimler Buses in Bezug auf das Thema Mitarbeiterverantwortung folgen wollen.

Doch was bedeutet Mitarbeiterverantwortung bei Daimler Buses konkret? Mitarbeiterverantwortung zu übernehmen heißt für uns: Wir wertschätzen und fördern unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch attraktive Arbeitsbedingungen. Wie der Beitrag über Kristin Blasum zeigt, sind wir in Deutschland seit 2009 als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert. Es ist uns ein Anliegen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch konkrete Maßnahmen wie z. B. Jobsharing, Elternzeit oder Home-Office zu fördern.

Aber auch weltweit fördern wir dieses Thema proaktiv, beispielsweise finden in Mexiko regelmäßig Workshops zum Thema Life-Balance statt. Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegen uns vor allem Diversität und Weiterbildung am Herzen. Schließlich wollen wir das große Potenzial nutzen, das sich daraus ergibt, wenn Menschen verschiedenster Herkunft und kulturellem Hintergrund gemeinsam agieren. Für weibliche Nachwuchskräfte wurde deshalb eigens ein Mentoring-Programm ins Leben gerufen, um den gegenseitigen Erfahrungsaustausch sowie deren Weiterentwicklung zu fördern. Weiterhin bieten wir mit eTrain ein umfangreiches Qualifizierungsangebot für Mitarbeiter und Führungskräfte aller Ebenen an, um diese für die Herausforderungen der Zukunft zu qualifizieren.

Demnächst mehr: Vorschau auf Danijel Miklaucic

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